Oft werde ich gefragt ob ich in den USA meine Freunde vermisse. F-R-E-U-N-D-E. Ich weiss nicht mal wie man das buchstabiert. Die einzige intakte Beziehung die ich jemals zustande bekommen habe wurde von mir geheiratet. Wäre ja auch noch schöner wenn mein bester Freund mit einem blauen Auge davon kommen würde. In Handschellen und Gelübde habe ich ihn gelegt, damit er mit meinem Ich nicht auf Kriegsfüßen geht. Ja, Mehrzahl. Ich habe so viele Gesichter, da braucht man mehrere Füße.
Da kommt er nicht mehr raus. Das ist das Haus vom Mariekilaus und nebenan vom Weihnachtsmann.
Schon mal 'ne Tür an diesen Häusern gesehen? Glaube wohl nicht.
Der Nikolaus und der mit dem dicken Sack sind nämlich genauso 'ne Masochisten wie ich. Glaubt mir jetzt keiner? Na dann werde ich euch mal berichten wer mich zu solch einem beziehungsunfähigen Monster gemacht hat. Muss endlich mal reiner Tisch gemacht werden. Ich lasse jetzt mal die schwarze Katze aus dem Sack.
Alles began mit meinem ersten Weihnachtsfest. Ok, sagen wir mal, das erste an das ich mich erinnern kann. Ich saß in meinen eigenen vier Wänden und wartete auf den alten Herren mit dem großen Sack. Moment. Nein, das war eine andere Geschichte. Glaub' ich. Ach nee, doch. Ist die richtige Geschichte. Ich habe nur zwei Kleinigkeiten vergessen.
Ich saß in meinen eigenen vier Kinderzimmerwänden und wartete auf den alten Herren mit dem großen Sack voller Geschenke. Nervös zählte ich die Elefanten auf meiner Tapete. 1, 2, 4, 7, 8. Ja, Entschuldigung. Entschuldigung, dass ich mit 2 Jahren noch nicht so toll zählen konnte. Man muss auch nicht immer alles so genau nehmen. Beschwert euch bei meiner Mutter.
So, also. Als ich beim sechstrillionsten Elefant nach 3 Minuten angekommen war, fiel mir die Puppentasse aus der Hand. "Poch, poch, poch." Oh nein. Er war da. Der Weihnachtsmann. Verdammte Axt. Was sollte ich nur tun? Da. Das war die Lösung.
Ich hörte, wie die Tür sich öffnete. "Ise Mausi, da ist jemand der dich sehen möchte.
Ise-Mausi?" meine Mutter kam in mein Zimmer. "Wo bist du denn Ise-Mausi?"
"Jetzt nur nicht bewegen" dachte ich. So findet sie mich nie und muss leider dem holden Besucher sagen, dass ich wohl ausgeflogen sei um mir von der Tanke eine Flasche Leipziger Allerlei zu holen.
Aufhören zu atmen. Das ist noch besser. So saß ich also mit dem Rücken an die Tapete gepresst, Arme nach links und rechts ausgestreckt und versuchte blass anzulaufen. Einen besseren Plan gab es nicht.
Nein, ihr versteht mich nicht. EINEN BESSEREN PLAN GAB ES NICHT. Meine Mutter sah mich nicht. Das lag allerdings weniger an meinem ausgeklügelten Plan, sondern daran, dass ich an der Wand neben der Tür saß. Folglich im Rücken meiner Mutter. "Ise-Mausi?" "Beim großgütigen Teddybär, dem König meines Kinderzimmers", g"eh' doch bitte einfach wieder weg". Mein Leben zog in Folge des des Sauerstoffmangels an mir vorüber. Ade du honigsüßes Leben. Keine Glücksbärchies sollten mehr mit mir ein Kaffekränzchen halten. Meine Wachsmalstifte sollten nie mehr die Tapete küssen und den Elefanten große Füße malen. Ich sollte nie mehr .... Meine Mutter schüttelte mich. "Ise-Mausi, da bist du ja. Komm', komm', der Weihnachtsmann ist da. Möchtest du denn gar nicht deine Geschenke bekommen?" "Geschenke? Welche Geschenke. Du hast doch überhaupt keine Ahnung man. Geschenke. Wo kommst du denn her? Geschenke. Nix krieg ich." Panisch sah ich meine Mutter an. "Was ist denn los Ise-Mausi? Du wirst doch wohl keine Angst vor dem Weihnachtsmann haben?!" meine Mutter sah mich fragend an. "Itz, itz, Ise-Mauzi böse", beichten, dachte ich, wäre meine letzte Chance. Ich zeigte auf das weisse Schwein in der Wand. "Böse" wiederholte ich. "Nein Ise-Mausi. Nichts ist böse, alles ist in Ordnung! Komm', wir gehen jetzt mal Hallo sagen!" Ich schüttelte wild meinen Igelhaarschnitt. "Nei"! Die ganzen letzten 6 Tage konnte ich über nichts anderes mehr nachdenken. Jetzt sollte mein Stündlein geschlagen haben und ich sollte mit dem Weihnachtsmann vor meinen Eltern meine Strafe bekommen. Die Strafe für meine Missetaten. Das war zu viel. Ich fing an zu weinen und zu kreischen. "Nimm' mir nicht mein Leben." dachte ich noch so bei mir, als meine Mutter mich hoch hob. Langsam liefen wir den 445 Meter langen Schandpfad, ich meine Flur, entlang gen Wohnzimmer. Ich wollte meiner Mutter schnell noch reinen Wein einschenken, damit sie eventuell doch noch umkehrte um ihre Tochter zu retten. "Maha, pöse Ize-Mauzi. Keckdoze Kaka. Kakaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!" Ich strampelte mir die Beine aus dem Bauch. "Kakakkakaaaaaaaaaaaa." Verdammt wieso versteht sie mich denn nicht? Gab es noch ein anderes Wort für Steckdose? Vielleicht verstand sie mich aber auch?! Vielleicht fand sie es gar nicht schlimm, dass ich vor einer Woche ihren Ratschlägen nicht gefolgt war und nach dem Kaka machen im Badezimmer meine frisch eingecremten Finger in die Badezimmersteckdose halten wollte, dann aber doch noch kurz vorher dachte es mag vielleicht einfach besser sein, wenn ich meinen kleinen Bleistift, welchen ich aufm Klo mithatte, weil es schnell gehen musste und keine Zeit war ihn wegzulegen, in die Schweinenase stecke. Ich meine sie war auch nicht böse als ich einen Tag vorher mit runtergelassenen Hosen im Badezimmer grunzend vor der Steckdose saß und mein Auge bis zum Anschlag an die Nasenlöcher des Schweinchens gehalten habe. Eigentlich war auch mein Vater an der ganzen Misere schuld. Der hat doch bei unserem Puppen Kaffeekränzchen zu meiner Puppenfreundin Anna gesagt: "Schau mal Anna, und den Teekessel, den steckt man da unten dem Schweinchen in der Wand in die Nase. Und dann hat er gegrunzt und wir haben alle gelacht. Ich habe mir sogar den Muckefuck über den Latz gegossen, so lustig war das. So war ich nie alleine. Elefanten an der Tapete und Schweinchen in der Wand. Das war auch der Grund warum ich ausschließlich das Schwein im Badezimmer ärgerte. Nicht auszudenken was passierte wenn ich Nachts schön schlummerte und sich eines der Schweine in meinem Kinderzimmer rächen würde. Wer weiss, was so ein Schwein aus der Wand alles für Tricks auf Lager hat. No way. Da war es schon sicherer dem Schwein im Badezimmer in der Nase zu popeln.
Also bitte. Na klar. Meine Mutter hatte mich also verstanden und wusste schon lange, dass ich ganz unschuldig war. Manchmal reicht eben schon eine kleine Aussprache und die Welt ist wieder in Ordnung. Na dann konnte ich jetzt auch beruhigt dem Weihnachtsmann gegenüber treten. Mit Mama im Rücken, soll der alte Zausel mal die Bälle flach halten und die Geschenke rausrücken.
Im Wohnzimmer angekommen, stellte mich meine Mutter vor dem Weihnachtsmann ab. Ich schaute mich eilig um. Wo war Papa? "Papa?"
"Papa ist schnell noch mal weg. Der hat auf der Arbeit etwas vergessen. Kommt aber gleich zurück!" entgegnete mir meine Mutter mit zitternder Stimme. "AHA. Da zitterte schon ihre Stimme. Der Schlingel. Hat sich lieber schnell verzogen anstatt sich seine Strafe abzuholen. Immerhin ist er der Schurke hier. "Nun zeig' mal dem Weihnachtsmann mal was du gelernt hast Ise-Mausi" meine Mutter schaltete die Musik an. Aus den Boxen ertönte Engelbert Humperdinck . Ich legte meinen Finger über meine Oberlippe, machte den schönsten Fake Schnurbart den ich nur konnte und sang zu Engelberts süßlicher Stimme aus voller Brust.
Also bitte. Na klar. Meine Mutter hatte mich also verstanden und wusste schon lange, dass ich ganz unschuldig war. Manchmal reicht eben schon eine kleine Aussprache und die Welt ist wieder in Ordnung. Na dann konnte ich jetzt auch beruhigt dem Weihnachtsmann gegenüber treten. Mit Mama im Rücken, soll der alte Zausel mal die Bälle flach halten und die Geschenke rausrücken.
Im Wohnzimmer angekommen, stellte mich meine Mutter vor dem Weihnachtsmann ab. Ich schaute mich eilig um. Wo war Papa? "Papa?"
"Papa ist schnell noch mal weg. Der hat auf der Arbeit etwas vergessen. Kommt aber gleich zurück!" entgegnete mir meine Mutter mit zitternder Stimme. "AHA. Da zitterte schon ihre Stimme. Der Schlingel. Hat sich lieber schnell verzogen anstatt sich seine Strafe abzuholen. Immerhin ist er der Schurke hier. "Nun zeig' mal dem Weihnachtsmann mal was du gelernt hast Ise-Mausi" meine Mutter schaltete die Musik an. Aus den Boxen ertönte Engelbert Humperdinck . Ich legte meinen Finger über meine Oberlippe, machte den schönsten Fake Schnurbart den ich nur konnte und sang zu Engelberts süßlicher Stimme aus voller Brust.
Als ich fertig war applaudierte der Weihnachtsmann, zog mich auf seinen Schoß und sagte mir was für ein liebliches Kindelein ich doch war. Nun sollte ich also mein Geschenke bekommen. EASY. Nach kurzem Blick in des Weihnachtsmannes Gesicht (welches übrigens ein bisschen meinem Vater ähnelte), zwinkerte mir der Weihnachtsmann zu und ich kniff dem alten Stinker mal gehörig in die Nase. Man und wegen dem Sesselpupser hatte ich mir eine Woche lang fast in den Schlüppi gepillert. We waren nun also dicke Kumpel, der Weihnachtsmanni und icke. Fortan kam er jedes Jahr und ich war schon tagelang vorher fröhlich beschwingt und studierte diverse Schnuckligkeiten ein. Einmal beglückte ich ihn sogar mit Michael Jacksons Moon Walk. Allerdings noch besser als Mikel. Sogar meine weissen Socken in den Krokoslippern sahen besser aus als die von Mikel Jacksohn. "Who's bad?" Alles lief wie geschmiert. Der Weihnachtsmann und ich waren BFFs. Wir tranken ein Weihnachten sogar von mir aufgepeppte heisse Schokolade zusammen. Der Weihnachtsmann ist dann von meiner aufgeschnackselten Schoki total betrunken von Hof geritten. Was so Hustensaft alles für Nebenwirkungen hat. Mein Vater muss von dem aufgestrapsten Gesöff auch heimlich was geschleckert haben. Wie wäre es sonst zu erklären, dass er beschwippst nach der Bescherung durch die Tür des Wohnzimmers von der Arbeit kam um mit mir meine Geschenke aufzureissen. Übrigens mein Vater hatte sich wohl nie mit dem Zausel ausgesprochen. Er verschwand jedes Jahr wenn der Weihnachtsmann auftauchte.
Bis, ja bis eines wundervollen Tages, mein bester Kumpel und liebster Besuch nicht mehr erschien, sondern meine Eltern vorschickte. Von einem Weihnachten auf das Andere, entschied sich mein bester Freund mich im Stich zu lassen. Das war der Anfang von meinem Unheil.
Bis, ja bis eines wundervollen Tages, mein bester Kumpel und liebster Besuch nicht mehr erschien, sondern meine Eltern vorschickte. Von einem Weihnachten auf das Andere, entschied sich mein bester Freund mich im Stich zu lassen. Das war der Anfang von meinem Unheil.





